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Die Wildnis

Ob Sie es glauben oder nicht:
Weniger als eine halbe Autostunde von Aalborg entfernt
befindet sich eine dänische Wildnis mit eindrucksvoller, unberührter Natur, "Lille Vildmose", das kleine Wildmoor.

Von Naturjournalist Jan Skriver

Lille Vildmose - vildsvinEs ist Mittag, und die warme Luft steigt über dem Moor auf. Plötzlich zeigt sich der Steinadler. Dieser König des Moores ist ein Meister im Ausnutzen der warmen Luftströme - nach der gleichen Methode, wie sie auch Segelflieger nutzen.
Der Adler mit seiner Flügelspannweite von mehr als zwei Metern steigt in die Höhe. Dann beginnt er, über dem Wald Høstemark Skov zu kreisen und nähert sich zuletzt dem Turm Høstemark Tårnet, von wo aus man die groβen Vögel beobachten kann.

Dieser Turm ist einer von vier Beobachtungsstationen im Lille Vildmose, von denen aus Besucher des Moores einen Überblick über eine fast unberührte Natur mit wilden Vögeln und Tieren gewinnen können. Drei der Türme sind mit kräftigen Ferngläsern ausgerüstet, mit denen die Besucher einen schwebenden Steinadler ins Visier bekommen und eine Art Nahkontakt mit dem in Dänemark äuβerst seltenen majestätischen Vogel herstellen können. Zwei Paare brüten im Lille Vildmose, und sie machen den ganzen freilebenden dänischen Bestand dieser eindrucksvollen Greifvögel aus.

Sicherer Zugang zu wilden Tieren

Lille Vildmose ist das Gebiet in Dänemark, das einer groβartigen Wildnis am meisten gleicht, eine Wildnis mit scheuen Säugetieren, die sich auch bei Tageslicht frei bewegen, so dass man ihr natürliches Verhalten beobachten kann. Das Wildmoor ist das dänische Gegenstück einer ostafrikanischen Savanne, wo Scharen von weidenden Tieren das Bild prägen.

Das Gebiet, das fast die Gröβe der Insel Amager hat, lässt sich leicht erreichen, und man kann sich mühelos darin bewegen. Der südliche Teil, Tofte Skov und Tofte Mose, sind von Wildzäunen umgeben. Gleiches gilt für Høstemark Skov im nordöstlichen Winkel des Moores. Die natürlichen Wälder des Lille Vildmose sind seit fast hundert Jahren eingezäunt, und den Zäunen ist es zu verdanken, dass Dänemarks gröβter Bestand von ca. 200 Wildschweinen in Tofte Skov leben kann.

Das Wildschwein wurde während des 18. und 19. Jahrhunderts in Dänemark ausgerottet. Im Jahre 1926 wurde es von Norddeutschland aus in Tofte Skov wieder angesiedelt, und seitdem schnüffeln und wühlen die Wildschweine mit ihren markanten Rüsseln im Waldboden.

Auch für das uralte jütländische Rotwild waren die Wildzäune eine Lebensversicherung. Die Rotwildbestände im Lille Vildmose sind direkte Nachkommen der Hirsche und Hirschkühe, die nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren einwanderten und Jütland in Besitz nahmen.

kronhjort

Herbst mit Brunst und dem Röhren der Hirsche

Der Turm Tofte Tårnet liegt unmittelbar nördlich des Badeortes Øster Hurup am südlichen Rand des Lille Vildmose. Vom Turm aus hört man das Rotwild auf den Weiten röhren, ein Echo aus ferner Vorzeit.
Hier haben auch die Steinzeitjäger damals die Hirsche gehört und erfahren, wo sie die lebenswichtige Jagd auf Fleisch und Häute treiben konnten.
August, September und Oktober sind die besten Monate, um das Rotwild zu beobachten. Dann ist Brunstzeit, und das herbstliche Röhren der Hirsche schallt über das Moor.

Die Aussichtstürme im Lille Vildmose sind Tag und Nacht geöffnet und geben dem Publikum die Möglichkeit, einige der groβartigsten Naturschauspiele Dänemarks zu erleben.

Mittwoch, Mai 28 2008

Beim Lille Vildmose Center kommen Sie die Natur nahe …
Das Osthimmerländische Moor ist das größte Hochmoor in Nordwesteuropa.

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